Wirtschaftliche Lage in der DDR 1989

Das SED-Regime ist im Herbst des Jahres 1989 dem Ende nahe und auch die wirtschaftliche Lage ist am Boden. Es wurde falsch kalkuliert, die Regierung hat über die Verhältnisse geplant und nun muss die Bevölkerung darunter leiden.

Sinkende Produktivität

In allen Geschäften herrscht ein großer Mangel, ein Mangel an allem und die Bevölkerung hegt großen Spott gegenüber dem System. Aber nicht nur in den Geschäften wird deutlich, dass die Wirtschaft am Ende ist.

Es wurde kaum in neue Technik investiert. Die Industrieanlagen sind im Jahr 1989 schlicht und ergreifend veraltet und dadurch sinkt die Arbeitsproduktivität von Jahr zu Jahr weiter. Die Betriebe können nicht mehr effizient arbeiten. Produkte, insbesondere aus den Bereichen des Maschinenbus oder der Elektrotechnik, sind nicht mehr konkurrenzfähig. Auch sie sind veraltet. Es fehlt die Innovation, die andere Länder auf dem Weltmarkt anbieten können. Dazu ist die DDR stark verschuldet und es droht eine baldige Insolvenz.

Blind vor den eigenen Problemen

Diese Probleme der Wirtschaft möchte die Regierung nicht wahrhaben. Die in die Jahre gekommenen Politiker um Erich Honecker halten an der Vergangenheit fest, für sie scheint alles noch in Ordnung zu sein. Doch schon bald muss Erich Honecker sich der Realität stellen und wird aus seinem Traum geweckt. Am 18. Oktober 1989 tritt Erich Honecker von seiner Position zurück, nachdem er dazu gezwungen wurde. Der neue Staats- und Parteichef ist Egon Krenz. Egon Krenz ist gewillt die DDR zu retten und verlangt die wahren Zahlen, die die reelle wirtschaftliche Lage darstellen. Schon am 31. Oktober 1989 wird ein Team aus führenden Wirtschaftsexperten zusammengerufen, um eine Analyse der Zahlen anzufertigen.

Marode Anlagen erschweren die Produktionsbedingungen

Das Resultat dieser Analyse ist ein Offenbarungseid. Die Planwirtschaft ist gescheitert. Zahlreiche Produktionsanlagen sind so veraltet, dass sie nicht mehr in Betrieb genommen werden dürften. Es wurde kaum in die Instandhaltung investiert, was sich jetzt deutlich macht. Die Arbeitsproduktivität in der DDR liegt 40 Prozent hinter der Arbeitsproduktivität der Bundesrepublik zurück.

Es scheint so, als könnte nur noch eine entscheidende Reform der Wirtschaftspolitik die DDR retten. Zudem müsste viel mehr mit den westlichen Konzernen zusammengearbeitet werden. Um die Liquidität der DDR zu gewährleisten müsste außerdem ein erneuter Kredit bei der Bundesrepublik aufgenommen werden. Ein Kredit in Milliardenhöhe, wie bereits im Jahre 1982.