Wahrzeichen oder Schandfleck? Die Geschichte des Palasts der Republik

Der Palast der Republik galt in DDR-Zeiten als Ort, an dem große Festlichkeiten der Honecker-Gefolgschaft abgehalten wurden. Heute gibt es den Palast nicht mehr, die Überbleibsel, die geblieben sind, können erworben werden.

In Berlins Mitte, dort wo der Palast der Republik stand, scheint es, als hätte es ihn nie gegeben. Der Palast wurde nämlich zwischen 2006 und 2008 vollständig abgerissen und das Gelände blieb unbebaut. Nun wird ein Humboldt-Forum dort gebaut, welches im Jahr 2019 eröffnet werden soll. Nur wenige Meter davon entfernt, wird das Einheitsdenkmal mit dem Titel „Bürger in Bewegung“ stehen. Möbel und Kunstgegenstände aus dem damaligen Palast der Republik sind noch in Museen aufzufinden.

„Erichs Lampenladen“

Der Ort an dem der Palast der Republik erbaut wurde, wurde mit Entschlossenheit und aus Demonstrationszwecken gewählt. An jenem Ort stand das Haus, in dem die preußischen Könige lebten. Dieses Haus wurde durch einen Bombenangriff im Krieg stark beschädigt. Im Jahr 1950 wurde es sogar auf Anweisung des SED-Chefs Walter Ulbricht gesprengt. Rund 25 Jahre später entstand auf dem Boden der palst der Republik, der durch die Höhe der Kosten (500 Mio. Ostmark) als teuerster Prachtbau in die DDR-Geschichte einherging. Den Namen „Erichs Lampenladen“ bekam der Palast als spöttische Reaktion auf die über 10.000 Kugelleuchten, die im Palast angebracht wurden.

Das DDR-Parlament inklusive einer Bowlingbahn

Erich und Margot Honecker waren das mächtigste Ehepaar zu Zeiten der DDR. Zur Einweihung des Palastes (23. April 1976) wurden 4.000 Gäste geladen, mit denen das Paar gemeinsam zu Walzerklängen tanzte um dieses „Haus des Volkes“ gebührend zu feiern. Die Tagungen des DDR-Parlaments, die auch in dem Palast der Republik stattfanden, verliefen eher mit weniger Aufmerksamkeitserregung. Größer und mit mehr Trubel wurden die Jubel-Parteitage der SED abgehalten.

Die Bevölkerung schätzte den Palast besonders wegen der guten Restaurants, der kulturellen Veranstaltung und vor allem wegen der Bowlingbahn.

Der Palast als Ort für Kunst-Events

Die Bauphase des riesigen Palastes (180 m lang, 86 m breit) betrug nur 32 Monate. In dieser kurzen Zeit schaffte es die Bauleitung ganze 5.000 Tonnen Asbest zu verbauen, die dem Brandschutz dienen sollten. Durch dieses starke Gesundheitsrisiko wurde der Palast der Republik direkt nach dem Fall der Mauer geschlossen. Darauf folgten viele Gespräche über den weiteren Verbleib. Zeitweise wurde der Palast wieder benutzt, nach dem er vom Asbest befreit wurde. Dies hatte Kosten in Höhe von 87 Mio. Euro zur Folge. Doch konnten so über 900 Kunstveranstaltungen dort stattfinden, die von etwa 650.000 Interessierten besucht wurden.

Abriss des Palasts der Republik

Viele damalige DDR-Bürger traf die Entscheidung schwer, dass der Bau abgerissen werden sollte. Immerhin war er ein Teil ihrer Geschichte. Dich im Jahr 2006 wurde es fest beschlossen, der Palast wird komplett entfernt. Beim Abriss mussten mehrere Tonnen Kies das entstandene Loch aufschütten, um die benachbarten Gebäude, wie den Berliner Dom nicht zu beschädigen. Zudem wurden erneut Asbestreste gefunden, deren Entsorgung weitere 32 Millionen Euro kostete.

Verkauf des Inventars

Ein Antiquitätenhändler am Kurfürstendamm hat es sich zur Aufgabe gemacht, altes Porzellan aus dem Palast zu verkaufen. Seine Abnehmer kommen aus der ganzen Welt. Auch heute gibt es noch Kaffeegedecke, Lampen oder Besteckgarnituren im Internet zu erwerben.