Vergangenheitsbewältigung in Ost und West

Berliner Mauer mit Berlin Motiv

Der Begriff Vergangenheitsbewältigung wird meist dann verwendet, wenn Menschen sich mit dem Nationalsozialismus und den Merkmalen befassen. Zu den Merkmalen gehören im besonderen Maße der Holocaust, der Völkermord, die Gewaltherrschaft, die Kriegsschuld, der Rassismus, das Verbrechen an der Menschlichkeit und das Mitläufertum.

Die Verwendung des Begriffs Vergangenheitsbewältigung

Die Aufarbeitung des Geschehenen begann in der jungen Bundesrepublik. Es gab Prozesse für die Kriegsverbrecher, unter anderem die Nürnberger Prozesse.

Die 68er-Bewegung hatte es sich zur Aufgabe gemacht, die Leute zu erinnern. Jeder sollte sich mit der NS-Geschichte auseinandersetzen und nicht einfach darüber hinwegsehen. Durch diese Forderung der Bewegung wurde ihr unterstellt einen neuen Faschismus zu entwickeln.

In der DDR gab es eine friedliche Revolution und danach folgte in Deutschland ein erneutes Kapitel der Aufarbeitung der Geschichte. Durch die Einsicht in Stasi-Akten wurde schnell bewusst, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ist. Die Menschen wollten nämlich genau wissen, was passiert war. Von wem sie bespitzelt wurden, was über sie aufgeschrieben wurde und natürlich wollten auch sie, dass die Schuldigen zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Aufarbeitung der NS-Zeit

Unter der Vergangenheitsbewältigung der NS-Zeit versteht man die ideologischen und materiellen Folgen aus der NS-Zeit, die durch politische, juristische, gesellschaftliche und wissenschaftliche Überwindung entstanden sind.

Um die Vergangenheit zu bewältigen, musste sie zunächst juristisch aufgearbeitet werden. Dies konnte nur geschehen, in dem die Täter bestraft wurden, die Opfer rehabilitiert wurden und eine neue Rechtsordnung mit Grundgesetz etabliert wurde. Zudem musste die DDR-Verfassung angepasst werden und die Rassegesetze revidiert werden.

Im Westen mischten sich besonders die Briten und die US-Amerikaner mit ein. Sie sahen sich dazu beauftragt, die westdeutsche Gesellschaft wieder zu demokratisieren. Das versuchten sie mittels der „Re-Education“, einer ideologischen Entnazifizierung um sicherzustellen, dass es nicht mehr zu einem solchen Zustand kommt. Die gesamte Öffentlichkeit wurde aufgeklärt.

Es wurde aufgezeigt, wie menschenverachtend der NS-Staat handelte. Jeder sollte um die Vergangenheit Bescheid wissen. Die Menschen sollten alles was war, zurücklassen und sich an ihre neuen Idole halten. Sie sollten ein Leben führen, wie die aus den englischsprachigen Räumen.

Ein wichtiges Thema bis heute

West- und Ostdeutschland wurden überwacht und geleitet von den Siegermächten und in verschiedene Besatzungszonen unterteilt. Dabei wurde der Osten von der Sowjetunion geleitet, woraus sich erst die komplette Spaltung von Ost- und Westdeutschland ergab.

In der Bundesrepublik war das Thema der Vergangenheitsbewältigung ein ständiges Thema, ebenso in der DDR, auch wenn beide Staaten dem Thema sehr unterschiedlich begegneten.