Sonderausstellung an der Bernauer Straße

Die Bernauer Straße als Gedenkort der Berliner Mauer zeigt eine neue Sonderausstellung.

Mit einer Sonderausstellung unter freiem Himmel erinnern sich Besucherinnen und Besucher an der Bernauer Straße, einem besonderen Ort des Gedenkens, an die Zeit der deutschen Teilung sowie insbesondere an die zwölf Monate zwischen dem Mauerfall und der Wiedervereinigung. Dabei ist der Ort nicht zufällig gewählt. Gerade an jener Bernauer Straße begannen am 13. Juni 1990, die Wiedervereinigung war längst beschlossene Sache und stand unmittelbar bevor, die Abrissarbeiten der Berliner Mauer, die das deutsche Volk und teilweise auch Familien für Jahrzehnte oder den Rest des Lebens trennte.

Die Sonderausstellung an der Bernauer Straße erinnert an die Zeit der Teilung

Besucherinnen und Besucher haben hier die Gelegenheit, durch große Bild- und Texttafeln zu erfahren, wie sich die Zeit der Trennung und die der Wiedervereinigung für die betroffenen Menschen angefühlt haben muss. Gerade in der heutigen Zeit, in welcher immer mehr junge Menschen nachkommen, die sich eine innerdeutsche Trennung überhaupt nicht mehr vorstellen können und die Vereinigung unseres Landes glücklicherweise als selbstverständlich ansehen dürfen, spielen Ausstellungen wie diese eine besondere Rolle wenn es um die Entwicklung eines ausgeprägten und reflektierten Geschichtsbewusstseins geht.

Das Besondere an der Sonderausstellung an der Bernauer Straße ist die Aktualität, welche die Ausstellung aufweist, obwohl sie doch den Schwerpunkt der deutschen Teilung und Wiedervereinigung behandelt. Als Thema haben sich die Organisatorinnen und Organisatoren die ,,europäischen Grenz-Werte gesetzt“, die auch in der Gegenwart thematisiert werden und in Anbetracht der Ankunft Geflüchteter seit dem Jahr 2015 oder auch der wieder aufkommenden Grenzkontrollen in Zeiten der derzeitigen Corona Pandemie eine große Rolle spielen.

Bei freiem Eintritt ist die Sonderausstellung für Besucherinnen und Besucher sowohl im Außenbereich als auch im Dokumentationszentrum geöffnet. Auf der Homepage der Ausstellung fordern die Organisatorinnen und Organisatoren interessierte Bürgerinnen und Bürger auf, mit in die Diskussion um das Thema eines Umgangs mit Grenzen zu gehen.

Bürgerinnen und Bürger sollen sich aktiv beteiligen

Hierzu werden einige Leitfragen gestellt, die in den sozialen Netzwerken zur Diskussion stehen. Hierzu gehören beispielsweise Fragen nach Grenzen, die man im persönlichen Leben spürt bis hin zu politischen Fragen, die eine Vorstellung der europäischen Gemeinschaft im Optimalzustand abfragen.

Die Organisatorinnen und Organisatoren haben erkannt, dass politische Diskussionen vermehrt in den sozialen Netzwerken stattfinden. Das Bewusstsein für die Relevanz solcher Fragestellungen wird bei den jungen Menschen geweckt, die die deutsche Teilung zwar nicht mehr erlebt haben, aber dennoch spüren, dass Grenzen etwas beengendes haben können und vielleicht in der einen oder anderen Situation, wie der derzeitigen Corona Pandemie, doch wichtig sein können.