Die Ostdeutschen bejubeln die D-Mark im Verhältnis 1:1

Deutsche Mark konnte nach der Wiedervereinigung 1990 1:1 gegen DDR-Mark getauscht werden

Lange herrschte Ungewissheit über den Umgang mit den verschiedenen Währungen in Ost und West. Die Bundesbank schlug gar einen Wechselkurs von 1:2 zwischen der Ostmark und der D-Mark vor. Dieser Kurs hätte bedeutet, dass die Bürgerinnen und Bürger der DDR die Hälfte ihres hart ersparten und ohnehin in den meisten Fällen geringen Guthabens verloren hätten. Entsprechend forderten die baldigen Bundesbürger in den 12 Monaten zwischen dem Mauerfall im November 1989 und der Wiedervereinigung am 03. Oktober 1990 einen Wechselkurs von 1:1. Bereits im Februar 1990 forderten demonstrierende Leipziger die schnelle Einführung der neuen gesamtdeutschen Währung auch im Ostteil. In die Geschichte ging dabei das Plakat ein, welches besonders deutlich machte, wie die Bürgerinnen und Bürger zu handeln gedachten: „Kommt die D-Mark bleiben wir, kommt sie nicht geh´n wir zu ihr.“

Der eben benannte Vorschlag der Bundesbank, welcher die Ostmark nur im Tauschverhältnis von 1:2 umtauschen lassen wollte, stieß im Osten der bald neuen und vereinten Bundesrepublik nur auf wenig Gegenliebe und stattdessen auf reichlich Gegenwind.

Wechsel von DDR-Mark in DM

Sehr genau wussten die handelnden Köpfe der Bonner Politik, dass es gerade jetzt wichtig war, die Gunst der Ostdeutschen zu gewinnen und eine Identifikation mit dem neuen Land zu schaffen. Somit beschloss man, im Zuge der Währungs- Wirtschafts- und Sozialunion, dass das Wechselverhältnis 1:1 betragen sollte. Am 01. Juli 1990 trat die genannte Union in Kraft und das Wechselverhältnis galt für Löhne, Renten sowie für Sparguthaben bis zu einer Höhe von 4000 Mark pro Bürgerin und Bürger. Am Abend des 01. Juli 1990 wurde die Einführung der D-Mark auch in Ostdeutschland teils frenetisch gefeiert.

Von der Einführung der starken Währung und dem vollzogenen Umtausch, welcher nun anlaufen konnte, versprachen sich die Menschen im Osten der Republik endlich den wirtschaftlichen Aufschwung sowie die Aufstiegschancen auf die sie in der DDR so lange hatten warten müssen.

Es sollte keine Personen zweiter Klasse geben

In der Nachbetrachtung war die Entscheidung für einen Wechselkurs von 1:1 besonders psychologisch die richtige Entscheidung, da die Menschen in der DDR somit nicht das Gefühl erhalten konnten, dass ihre Lebensleistung und die wirtschaftlich erworbenen Sparguthaben weniger wertvoll seien als jene der Westdeutschen. Insbesondere unter der Prämisse, dass vorherzusehen war, wie viele teilweise staatstragende Unternehmen der DDR die Wende nicht überleben würden, war jene Entscheidung immens wichtig. Ohnehin sollte auf die Menschen aus der DDR in der Zukunft häufiger das Gefühl zukommen, dass ihr bisheriges Wirken und Schaffen weniger wertgeschätzt wird als das der Menschen in den alten Bundesländern der bisherigen Bundesrepublik Deutschland.

Probleme, wie die dadurch entstehende Arbeitslosigkeit und der Wegzug aus einigen Gegenden in den neuen Bundesländern, konnte zu diesem Zeitpunkt von einigen Kennerinnen und Kennern bereits erahnt werden. Umso wichtiger war der Schritt, den Menschen bei der Währungsunion zu zeigen, dass sie als neue Bundesbürger auch finanziell nicht auf Erworbenes verzichten müssen.