Die Geschichte der Schreibmaschine Erika

Die Geschichte der Schreibmaschine beginnt im Jahr 1868. In diesem Jahr gründet Karl Bruno Naumann eine Werkstatt für Feinmechanik in Dresden. Im nächsten Jahr produziert er bereit Wheeler-Wilson Nähmaschinen nach dem amerikanischen Patent. In diesem Jahr (1869) erhält Naumann einen weiteren Partner, der sich in seine Werkstatt einkauft. Die Firma heißt somit seit dem Jahr 1970 Seidel & Naumann. Auch nachdem Seidel seine Anteile im Jahr 1876 verkauft hatte, behielt die Firma ihren Namen. Im Jahr 1872 wurde der Produktionsschwerpunkt erweitert und eine hocharmige Nähmaschine produziert. Im Laufe der Jahre wurden diese Schwerpunkte stets ausgeweitet und verbessert.

1883 gelang es Naumann ein Baugelände zu erwerben, auf dem er eine große Fabrik erbauen konnte. Nur drei Jahre später wurde die Firma zu einer Aktiengesellschaft. Ganze 1.000 Mitarbeiter hatte die AG, die jährlich 8.000 Nähmaschinen produzieren konnten. Durch das weitläufige Gelände konnten nun auch andere Produkte hergestellt werden. 1892 kam das neue Produkt „Germania“ auf den Markt, es handelte sich um ein Fahrrad, das in Massenproduktion hergestellt werden konnte.

Aufschwung durch neue Entwicklungen

In den folgenden Jahren wurden auch Geschwindigkeitsmesser für Lokomotiven oder auch Musikautomaten produziert. Das Unternehmen war breit aufgestellt und konnte sich über mangelnde Absatzzahlen nicht beklagen.

Im Jahr 1900 startete nun die Massenproduktion von Schreibmaschinen. Ein Jahr später versuchte sich Naumann an der Produktion von Motorrädern, doch diese Produktion musste nach dem frühen Ableben Naumanns im Jahr 1903 eingestellt werden.

Im Jahr des Todes Naumanns, war das Unternehmen auf 2500 Mitarbeiter angewachsen. Der Gründer war ein fürsorglicher Chef, denn das Wohl seiner Mitarbeiter stand für ihn im Vordergrund. Er sorgte dafür, dass sie eine Krankenversicherung erhielten. Auch während der Arbeit ging es den Arbeitern gut, denn sie hatten Speiseräume, Garderoben, Waschräume und Toilette, was zu dieser Zeit nicht selbstverständlich war.

Die Geburtsstunde der Schreibmaschine Erika

Nach dem Ableben Naumanns wurde Seidel & Naumann von seinen Nachfolgern geführt. Das Unternehmen zählte zu den wichtigsten Großbetrieben im Raum Dresden. Den Durchbruch, der weltweites Ansehen brachte, hatte das Unternehmen mit der Produktion der Reiseschreibmaschine Erika. Sie wurde zu Ehren Naumanns nach seiner einzigen Enkeltochter benannt. Die Schreibmaschine Erika hatte lediglich drei Tastenreihen, nichtsdestotrotz gab es eine dreifache Belegung der Typen. Um den weltweiten Erfolg zu garantieren, einigte man sich für den Namen Bijou im französisch-sprachigen Raum und für Gloria im englischsprachigen Raum.

Der Name Erika für Schreibmaschinen wurde am 28. Januar 1910 beim kaiserlichen Parlament beantragt.

Enteignung nach 1945

Das Unternehmen schloss sich nach der Enteignung 1945, im Jahr 1951 mit der Clemens Müller AG zur VEB Schreibmaschinenwerk Dresden zusammen. Ab dem Jahr 1979 gehörte das Unternehmen zum VEB Kombinat Robotron. Bis zum Jahr 1990 wurden dort Schreibmaschinen hergestellt und viele trugen weiterhin den Namen Erika. Das Unternehmen bildete eigens aus und hatte sogar eine eigene Berufsfachschule. Dort wurden jährlich bis zu 300 Auszubildende geschult.

Im Jahr 1990 wurde das Unternehmen privatisiert und hieß Robotron Erika GmbH. Jedoch musste die Produktion eingestellt werden, da das Unternehmen aufgelöst wurde.