Die erste Wahl in der BRD 1990

Berliner Mauer trennte Ost und West bis zum Mauerfall 1989

Die erste Bundestagswahl nach der Wiedervereinigung fand am 2. Dezember 1989 statt. Als amtierender Bundeskanzler, der zur Wiedervereinigung beigetragen hat, ging Helmut Kohl mit einem klaren Vorteil in die Wahl. Das Vertrauen der Mehrheit spiegelte auch das Wahlergebnis wieder und so zog er mit einer schwarz-gelben Koalition in den Bundestag.

Während des Wahlkampfs gab es einen Hauptstreitpunkt, den er mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Oskar Lafontaine austrug. Es ging nämlich um die Finanzierung der Deutschen Einheit. Lafontaine sah es nötig, die Steuern zu erhöhen, Kohl lehnte dies vehement ab.

Der Wahltermin

Laut der zu der Zeit geltenden Verfassung, musste eine Neuwahl des Bundestages mindestens 45 Monate und längstens 47 Monate nach Zusammentritt des Bundestages erfolgen. Der letzte Bundestag trat am 18.2.1987 zusammen, so wäre der erst mögliche Termin für die Wahl der 18. November 1990 gewesen und der letztmögliche am 12. Januar 1991. Da man davon absah, den Wahlkampf in der Adventszeit laufen zu lassen, einigt man sich auf einen frühen Termin.

Besonderheiten der ersten Wahl in der BRD 1990

Zum ersten Mal waren neben den Einwohnern der ehemaligen DDR nun auch die West-Berliner berechtigt an der Wahl teilzunehmen. Eine weitere Besonderheit war, dass die Mitgliederzahl des Bundestages nun auf 656 Abgeordnete erhöht wurde.

Es gab zwei Wahlgebiete. Zum einen die alten Bundesländer mit West-Berlin und zum anderen die neuen Bundesländer mit Ost-Berlin. Daraus folgend musste nur in einem der Wahlgebiete die 5%-Hürde überwunden werden. Durch diese Regelung konnte die PDS in den Bundestag einziehen, obwohl die Partei auf gesamter Bundesebene die 5 %-Hürde nicht erreichen konnte. Die Verteilung der Mandate geschah jedoch auf der gesamten Bundesebene, das hatte zur Folge, dass eine Abgeordnete der PDS, die aus NRW kam, in den Bundestag ziehen konnte.

Die West-Grünen schafften den Einzug in den Bundestag nicht, vermutlich weil sie sich nicht mit den Ost-Grünen zusammengeschlossen haben, so wie es andere Parteien getan haben. Sie erhielten lediglich 4,8 % der Stimmen. Hätten sie sich zusammengeschlossen, so hätten sie mit 5,1 % der Stimmen in den Bundestag einziehen können.

Ergebnisse der ersten Wahl in der BRD 1990

Leichte Verluste konnte die Union verzeichnen, jedoch war sie nach wie vor die stärkste Partei. Die FDP freute sich über ein gutes Ergebnis und so hatte die schwarz-gelbe Koalition die Mehrheit.

Die SPD kommt nicht aus ihrem tief. Bereits die dritte Wahl in Folge mit Verlusten.

Dank der guten Auftritte des Außenministers Hans-Dietrich Genschers erfreute sich die FDP über das erste Direktmandat seit 1961.
Die West-Grünen verfehlten den Einzug in den Bundestag. Wurden von acht Abgeordneten der Ost-Grünen (Bündnis 90/ Grüne) im Bundestag vertreten.

Ein großer Sieg der PDS, die es erstmals durch eine direkte Wahl in den Bundestag geschafft haben. Zuvor waren nach der Wiedervereinigung 24 Abgeordnete der PDS im Bundestag vertreten, die ihre Stimmen jedoch noch in der DDR geholt haben.

Helmut Kohl wurde am 17. Januar 1991 durch den Bundestag zum Bundeskanzler gewählt. Drei Wochen später wurde von der Bundesregierung beschlossen, dass die Steuern deutlich erhöht werden, damit die deutsche Einheit finanziert werden kann.